Die Geschichte von Red Mocassin

Wie wurde ich zum Indianer.- und Westernhobbyisten? Meine Begeisterung entsprang in der Kinderzeit aus den Büchern von Karl May, Gerstäcker, Cooper und Steuben. Später kam das Indianermuseum in Radebeul www.karl-may-museum.de mit seinem Leiter und Geschichtenerzähler Patty Frank hinzu www.oldmanitou.de (Link zu Old Manitou unter Gründung ) und er erzählte am Kamin seine Erlebnisse mit den Indianern. Ob wahr oder nicht, es war für Kinder schon ergreifend und immer ein Erlebnis. Leider hatte meine Familie für diese Seite meiner Romantik so gar kein Verständnis. Als ich meine Lehre und Armeezeit absolviert hatte entschloß ich mich, die Gruppe zu suchen, der ich mich anschließen konnte. Leider ohne Erfolg, bis eines Tages mir eine Kollegin einen Originalfilm von der Gruppe und Patty Frank mitbrachte und damit hatte ich die damalige Kulturgruppe für Indianistik unter dem Leiter Johannes Hüttner (Powder in the Face) gefunden. Das war im Jahre 1966.

Ich war gerade mal 26 Jahre alt und hatte Familie. Meine Frau teilte mein Hobby aber meine Eltern konnten immer noch keine Begeisterung dafür aufbringen, das ein Familienvater sich als Indianer verkleidet um den Indianer zu mimen und nachzuempfinden. Aber für uns, die wir uns dem Indian.- und Westernhobby verschrieben hatten, ging natürlich im Laufe der Zeit eine Wandlung vor, von der einfachen Indianerbegeisterung mit Trachten ala Sarrassani bis hin zur ethnologischen Denkweise und dem Versuch Tänze, Bräuche, Kleidung und Utensilien so stilecht wie möglich nachzugestalten. Nach einer einjährigen Kandidatenzeit wurde ich als ordentliches Mitglied in der Gruppe "Old Manitou" aufgenommen. Unser damaliges Domozil befand sich auf dem ehemaligen Verlagsgelände des Karl-May-Verlages in Radebeul.( heute wieder im Besitz der Familie Schmidt ).Wir besaßen hier einen Saloon und später kamen noch einige kleine Hütten dazu.

Ich wurde alsbald als Schriftführer in die Gruppenleitung berufen. Was für mich in der kurzen Zeit meiner Mitgliedschaft ein große Ehre war, aber auch eine nicht gerade leichte Aufgabe gegenüber den älteren Vereinsmitgliedern und ihren Einstellungen. Nach den verschiedenartigsten Disputen mit einzelnen Mitgliedern wechselten die Häuptlinge des öfteren, so wurde ich im April 1973 zum Häupling der Gruppe berufen. Höhepunkte in unserem Vereinsleben war immer das jährliche Council, welches jedes Jahr von einer anderen Gruppe in der damaligen DDR (neue Bundesländer) ausgerichtet wurde. Es war ein vielgestaltiges Treffen vom Indianer bis hin zum Cowboy voller Erlebnisse und Gespräche, die Gruppen warteten immer mit einem neuen Tanz auf, der dann bewertet wurde, meistenteils verwendeten andere Gruppen dann auch diese Tänze. Unser Indian-Day, der immer Anfang September durchgeführt wird, ist ein Gedenktag für unsere Wahlverwandten (den Indianern) aber auch gleichzeitig für schon verstorbene Vereinsfreunde. Er wurde erstmalig 1956 von unserer Gruppe durchgeführt.

Wir mußten aber auch unser Hobby und unseren Verein finanzieren. Das erreichten wir, indem wir durch die Lande reisten und den Menschen unser Hobby vorstellten und den Indianer als den Menschen darstellten der er wirklich war. Unser Programm beinhaltete einen indianischen Teil mit indianischer Volklore wie zB. Tänze und einen Westernteil mit Peitschenarbeiten, Messerwerfen und Lassoarbeiten.Wir traten zu Pressefesten, Volksfesten, Betriebsfeiern in Schulen auf. Einen großen Auftritt hatten wir 1977 in Lodz in Polen bei der Lodzer Arbeiterzeitung. Ja und zu meiner Leitungtätigkeit muß ich sagen, es waren alles langjährige Vereinsmitglieder und ich wollte und konnte mich mit manchen Dingen nicht indentifizieren und damit konnte ich auch den Vorsitz nicht weiter akzeptieren. Ich holte ein ehemals Vereinsmitglied , Fred Metasch (Yellow Thunder ) wieder in den Verein, der dann das Amt des Häuplinges ab Nov.1974 viele Jahre durchführte, ich arbeitete weiter als Schriftführer und Stellvertreter mit kurzer Unterbrechung in der Vereinsleitung.

1979 zogen wir nach vielen Querelen mit den Behörden und einem an mich gerichtetes Ultimatum zwecks Auflösung oder aber Anschluss der Gruppe an das damalige Kreiskulturhaus "Völkerfreundschaft" Radebeul , auf die Höhen von Radebeul, nach Lindenau. Wir hatten auch eine saubere Lösung über unsere Selbstbestimmung mit dem Kreiskulturhaus für uns gefunden, mit der wir leben konnten. Dort erbauten wir mit viel Geduld und Spucke eine kleine Westernstadt mit Saloon und kleinen Blockhäusern. 1981 feierten wir die Einweihung von "Stetson City", so nannten wir unsere kleine Westernstadt. Wir hatten es geschafft uns einen Traum zu erfüllen, wir hatten als erste Gruppe in der damaligen DDR ein Domozil von solcher Größe und Möglichkeit. Dieses war auch dem Organisationstalent von Fred Metasch, unserem damaligen Chief zu verdanken. Fred Metasch zog es wieder gen Westen, nach Bayern der Heimat seiner Frau. So übernahm ich 1981 doch das Amt des Häuptlings.

Wir organisierten 1983 und 1986 unsere ersten Councils auf diesem unserem neuen Gelände, es kamen viele Indianerfreunde aus dem damaligen Ostblock, dabei waren auch Freunde aus Ungarn und Tschechien anwesend. In den folgenden Jahren verbesserten wir unser Gelände.

1987 nahmen wir am neuentstandenen Ponyexpress in der Tschechoslovakei teil und die tschechischen Freunde machten uns den Vorschlag, es in der DDR mitzutragen. Unser Verein wäre mit dieser neuen Richtung des Hobbys überfordert gewesen, denn wir hatten bereits zu viele Richtungen im Hobby außer unserem großen Anliegen, der Indianer.Feste Ich habe die Verbindung mit Rohland Schrock von der Berliner Gruppe (The Plains Riders) gesucht, die schon im Pferdesport bewandert waren und es außerdem als Westernhobby betrieben. Ihnen haben wir die Verträge übergeben. Bis heute ist der Ponyexpress in guten Händen und wurde erweitert.

1989 Wendezeit in Deutschland, für uns die Gelegenheit uns neu zu profilieren. Wir packten die Gelegenheit am Schopf und trennten uns vom Kreiskulturhaus "Völkerfreundschaft" in Radebeul und wurden zum                                     Indian.- und Westernclub "Old Manitou" 1956 e.V. Radebeul                                  und ich entwickelte ein neues Vereinslogo. Namen und Logo wurden von der Mehrheit des Vereins mitgetragen. Wir schafften uns eine Vereinssatzung, so wurden wir am 13.Juni 1990 vom Vereinsgericht eingetragen.1991 feierten wir auf unserem Gelände das 10jährige Bestehen von "Stetson City" mit vielen Hobbyfreunden. Nach 10 Jahren als Häupling und nach dem Verlust meines Stellvertreters (Ren in the Face) Jürgen Mosch habe ich mich in die zweite Position gestellt, um mir eine gewisse Auszeit zu verschaffen und um neue Kraft zu schöpfen.In dieser Zeit haben wir das Auftrittsprogramm mit Auftritten zum Karl-May-Fest in Radebeul bereichert. Weiterhin Kinderfeste durchzuführen brachte aber nicht den erhofften Erfolg.

Wir traten dem Westernbund bei, in der Annahme, dies ist für den drittältesten Verein in Deutschland eine Bereicherung. Wir waren auch einige Jahre dabei, bis wir beschlossen, dieses für uns unpersönliche Treffen nicht mehr mitzutragen. Nach vierjähriger Pause wurde mir erneut der Chiefposten angetragen. Es standen Festlichkeiten an: "Old Manitou feierte 1996 das 40jährige Bestehen. Es wurde ein großer Erfolg für unseren Verein und für Hobbyfreunde unterschiedlichster Stilrichtung. Foto Desweiteren waren wir mitlerweile 15 Jahre auf diesem Gelände ansässig. Ich wechselte noch zwei Mal aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen in den 2. Vorstand. Seid 2005 habe ich wieder den Status als Chief inne, gleichzeitig habe ich im Jahre 2000 nach dem Tod des Oldchiefes und Wiederbegründer der Gruppe von Powder in the Face (Johannes Hüttner) dieses Ehrenamt übernommen.

     Chief Red Mocassin & Oldchief Powder in the Face    Oldchief Red Mocassin ab dem 2000

                            Väter und Söhne: Sohn Torsten mit Sohn Alex             Sohn Marcel

2004 traten wir dem Weekbund bei, da sowieso ein Teil unserer Mitglieder über andere Gruppen teilnahmen . Unser Verein war seid Anbeginn ein vielgestaltiger Verein, (siehe Feste). Der Indianday ist rein indianischen Ursprungs, im Gegensatz dazu das Trappertreffen, zu dem selbst Soldaten zu sehen sind. Deshalb ist die Indianweek ein schöner Ausgleich, eine ganze Woche nur Indianer! Im Jahre 2006 feiern wir unser 50jähriges Bestehen des Vereines, wir sind gleichzeitig 25 Jahre in "Stetson City" ansässig und 75 Jahre ist die Gründung des 1.Indian.- und Cowboyclub zu Dresden her. Ich bin stolz darauf, eine Zeit diesen unseren Verein mitgeführt zu haben, immerhin 42 Jahre in der Gruppenleitung davon, 21Jahre als Häuptling der Gruppe und ich hoffe, dass ich etwas mitbewegt habe. Häupling sein ist immer wie ein Bootslenker

Wir schreiben das Jahr 2011 unser Verein ist jetzt nach Neubeginn 55 Jahre alt. 2009 habe ich mich nach 42 Jahren Leitungstätigkeit aus der Vereinsleitung zurückgezogen es sollen jetzt jüngere die Geschicke in die Hand nehmen, in der Hoffnung auf ein noch langes Vereinsleben "Old Manitou" in alter Tratition mit frischem Wind.

How Kola

        

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54 Jahre Old Manitou