50 Jahre ,,Old Manitou,, Die Auferstehung

Anfang bis Mitte der 50er Jahre trafen sich immer wieder alte und junge Indianer- und Westernfreunde in der Villa Bärenfett, dem Mekka der sächsischen Indianerbewegung. Schon vor dem Krieg war das Radebeuler Indianermuseum eine Keimzelle für den ersten Indianer- und Cowboyclub Dresden. Die Mitglieder des 1931 gegründeten Vereins waren leider nach Ende des Krieges 1945 entweder gefallen, oder in alle Winde verstreut. Die wenigen in Dresden ansässigen oder zurückgekehrten Clubmitglieder trafen sich meist privat, oder bei ,,Patty,, !

Die sächsische Indianerbegeisterung war also nach dem Krieg nicht ganz ausgelöscht. Unter der Asche war noch jede Menge Glut.Neue und auch ganz junge Indianerfreunde standen ehrfürchtig daneben, wenn sich die ,,Oldtimer,, trafen und Fachgespräche führten. Die Villa Bärenfett mit ihrem Hüter Patty Frank war daher wiederum der ideale Anlaufpunkt für die neue Generation der Indianerfans.Auch in den Privatwohnungen traf man sich und schmiedete Pläne für ein neues, aktives und geregeltes Clubleben. Und das in einer Zeit, da in der DDR gerade für bestimmte Waren erstmalig eine ,,Teilzahlung,, möglich war, da in Dresden die ersten Versuchsplattenbauwohnungen errichtet wurden, da der Monatslohn eines Facharbeiters durchschnittlich 500 Ostmark betrug und ein Straßenbahnfahrschein kreuz und quer durch Dresden 20 Pfennig kam. An grossartige finanzielle Ausgaben für Hobbyinteressen war da auch nicht zu denken.

An Einkaufsmöglichkeiten wie heute etwa bei ,,Hudson Bay,, wagten wir trotz aller indianischer Traumdeutungen nicht zu denken.Am 26. April 1956 war es dann endlich soweit. Ein Mitglied des ,,alten,, Manitouclubs, Johannes Hüttner, hatte es geschafft bei den verwunderten und verwirrten Behörden eine offizielle Zulassung als ,,Kulturgruppe für Indianistik,, zu erhalten.
Der ehemals drittälteste Indianerverein Deutschlands war nun in der damaligen DDR der Erste,- und vorerst einzige wieder auferstandene Indianistikverein. (Offizielle und interne Namensbezeichnungen wechselten manchmal.)
Die Gründer gingen nun mit viel Idealismus und Enthusiasmus an die Arbeit. Indianische Trachten wurden nach authentischen Vorbildern nachgearbeitet und das theoretische Wissen erweitert.


Die ,,Materialbeschaffung,, sowohl für die handwerklich-praktischen Arbeiten, wie auch für die völkerkundliche Gesichtskreiserweiterung war nicht immer ganz einfach. Die Zollbehörden der DDR waren nämlich nicht immer auf einer Linie wie die doch teilweise recht großzügigen Kulturfunktionäre.
Wir gingen also im neuen, oder wiederentdeckten Hobby mit Elan ans Werk und auch die Mitgliederzahl wuchs.
Leider versäumten wir in den Anfangsjahren, manch wichtige, interessante oder humorvolle Begebenheit aus unserem Clubleben chronologisch, mit Daten, in Wort und Bild, festzuhalten. Bei der Gründung des Vereins im Jahre 1956 hatten wir uns zwar in Bezug auf den Bestand, bzw. die Existenz unserer ,,Interessengemeinschaft,, zeitmäßig kein Ziel gesetzt, ein 50jähriges Jubiläum anzupeilen lag aber außerhalb jeder konkreten Planung.
Nun ist es also schon soweit. Was 1956 niemand gedacht hatte ist Wirklichkeit geworden. Trotz gewisser, normaler Fluktuation hat ein harter Kern von Indianer- und Westernfreunden bei Old Manitou dafür gesorgt, dass wir uns nicht nur eine kleine Westerntown geschaffen haben, auch private Cabins, Blockhäuser, Lodges und Cottages gibt es in Stetson City. Sogar für Tipis ist noch genügend Platz.

Also die besten Voraussetzungen für ein reges und interessantes Clubleben bei ,,Old Manitou,, - mit inzwischen vielen Gleichgesinnten, Freunden und Gästen.
,, Go ahead in die nächsten................Jahre,,                                                                                  LoBu

1. Dresdener Indianer- und Cowboyclub ,,Manitou,,

Im Dezember 1928 öffnete das "Karl May Museum" in Radebeul seine Pforten. Von da an leitete Ernst Tobias (Patty Frank) das "Karl May Museum". Das Wissen, was er sich beim Zirkus Barnum & Bailey, Buffalo Bill`s Wild West Show und in Indianerreservaten erworben hat, konnte er jetzt seinen Besuchern weiter vermitteln. Die Besucher waren begeistert von Patty Frank`s Erzählungen. Es gab einige Besucher die von nun an, wenn sie Zeit hatten, sonntags zu Patty Frank kamen. Sie lauschten nicht nur seinen Berichten von Indianern und Cowboys, sondern studierten auch die Herstellung der Kleidung, Waffen, Gebrauchs.- und Zeremonialgegenstände. Sie bauten sie nach, so kam es, dass 1929 die ersten Dresdener Indianerfreunde an einem Karnevalsumzug in Dresden teilnahmen.


Patty Frank erzählte, dass sich in zwei deutschen Städten Männer, die sich für das Leben der Indianer und Cowboys interessierten, zu Club`s zusammenschlossen. Sie bauten auch Utensilien und Trachten nach und versuchten an Originalgegenstände heranzukommen. Diese Club`s waren der Cowboy Club München und der Wild West Club Freiburg. Von da an überlegten vier junge Männer, ob sie auch einen Club gründen sollten. Im April 1931 war es dann soweit, sie gründeten den 1. Dresdner Indianer und Cowboyclub ,,Manitou,,.Die Gründer waren Harry Morche, Gustav Noack, Max Thürmer und die vierte Person ist zur Zeit noch unbekannt. Zu diesem Zeitpunkt war Max Thürmer Clubchief. Nach und nach kamen neue Mitglieder dazu: Arno Junkel, Alex Schönherr, Hans Schöndube, Ernst Kluge, Max Rathenow, Klekih - Petra und Max Voigt. Anfang 1932 pachtete Gustav Noack in Posta bei Pirna ein altes Steinbruchgelände, welches von da an das Clubgelände wurde. Im Frühjahr 1932 begannen sie mit dem Bau der Clubhütte auf diesem Gelände. Ab 1933 übernimmt Gustav Noack die Leitung des Clubs.

Ab 1936 kamen noch weitere Mitglieder dazu: Horst Fritsche, Helmut Breuer, Gleon Pfeil, Hans Reibig und andere. Aktivitäten des Clubs waren Bau der Clubhütte, instand setzen und instand halten des Geländes, Clubabende im Clublokal in Dresden. Teilnahme an Karnevalsumzügen, Auftritte mit Bill Jenkins als indianische Kleindarsteller beim Cirkus Sarrasani, Kleindarsteller auf der Felsenbühne Rathen. Auch wurden kleine Auftritte auf dem Clubgelände durchgeführt z.B. Tänze, Peitschenarbeiten, Messer und Beil werfen, Kunstschießen und Trickrobing. Leider wurde dem Treiben am 13.Februar ein jähes Ende gesetzt.                                                                                                        Crow Chief

Einige Bilder von unserer Jubläumsfeier 2006

Eröffnung

Fahnenhissen des Indian.- und Westernclubs

Bilder aus dem Nachmittagsprogramm

Eine Austellung über den alten Manitouverein 1931

Ausschnitte aus dem Varietéprogramm

Ausschnitte aus dem Nachtprogramm

Alle Darbietungen wurden von den Vereinsmitgliedern und Freuden des Vereines gezeigt !


Diese Festbroschüre ist eine Fortsetzung zum 40jährigen Jubiläum, erschienen am 31.Aug. 1996 Heft 2 der ,,Stetson City Tribune,,

beide Broschüren erhältlich über unserer Homepage zu einem Gesamtpreis incl. Versandkosten 8.00 Euro

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